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Schweizer Bergdorf vor einem markanten Alpengipfel

DEGIRO Schweiz Erfahrungen 2026: Gebühren, Steuern, Sicherheit

DEGIRO war lange mein Broker für ETFs und Aktien. Hier sind meine DEGIRO Erfahrungen aus Schweizer Sicht: was es kostet, was du bei den Steuern beachten musst und warum ich trotzdem gewechselt habe.

Meine DEGIRO Erfahrungen in der Schweiz sind grundsätzlich gut. DEGIRO ist günstig, die Plattform ist aufgeräumt und für Einsteigerinnen verständlich. Vor Kurzem bin ich trotzdem zu Interactive Brokers gewechselt, weil die Gebühren dort noch etwas tiefer sind. In diesem Artikel erkläre ich dir, für wen DEGIRO trotzdem die bessere Wahl ist, und worauf du als Schweizer Anlegerin achten solltest, bevor du ein Konto eröffnest.

Stand: Oktober 2026, gemäss Preisseite von degiro.ch (letztes Update 01.10.2025). Gebühren können sich ändern, prüfe vor dem Handel die aktuellen Konditionen.

Was ist DEGIRO?

DEGIRO ist ein Online-Broker aus den Niederlanden und gehört heute zur flatexDEGIRO Bank AG mit Sitz in Deutschland. Nach eigenen Angaben legen mehr als drei Millionen Anlegerinnen und Anleger über die Plattform an. Für Schweizer Kundinnen gibt es eine eigene Website mit Preisen in Franken für die Schweizer Börse SIX.

Du handelst bei DEGIRO Aktien, ETFs, Optionen, Futures und Hebelprodukte an zahlreichen Börsen weltweit. Für die meisten privaten Anlegerinnen sind aber zwei Dinge relevant: ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau und einzelne Aktien, zum Beispiel aus dem SMI oder den USA.

DEGIRO Gebühren Schweiz: was kostet ein Trade?

Die Gebühren sind der Hauptgrund, warum viele in der Schweiz bei DEGIRO landen. Pro Trade fällt eine Provision plus eine Bearbeitungsgebühr an:

ProduktProvisionBearbeitungTotal pro Trade
Aktien SIX Swiss ExchangeCHF 5CHF 1CHF 6
Aktien USAEUR 1EUR 1EUR 2
ETFs aus der KernauswahlEUR 0EUR 1EUR 1
ETFs weltweitEUR 2EUR 1EUR 3

Dazu kommen ein paar Nebenkosten, die du kennen solltest:

  • Depotgebühr: keine
  • Inaktivitätsgebühr: keine
  • Ein- und Auszahlungen: gratis
  • Währungswechsel (AutoFX): 0,25% des Betrags
  • Manueller Währungswechsel: EUR 10 plus 0,25%
  • Konnektivitätsgebühr: maximal EUR 2.50 pro Jahr und ausländische Börse, höchstens 0,25% des Kontostands. Für die SIX fällt sie nicht an.

Die Konnektivitätsgebühr wird fällig, sobald du an einer ausländischen Börse in einem Kalenderjahr mindestens einen Trade machst oder dort eine Position hältst. Wer ETFs an der Euronext Amsterdam und Aktien an der NASDAQ hält, zahlt also EUR 5 pro Jahr.

DEGIRO Kosten im Rechenbeispiel

Was heisst das konkret? Drei typische Szenarien für Schweizer Anlegerinnen:

SzenarioGebühren DEGIRO
Monatlich ein ETF aus der Kernauswahl, 12 Trades pro Jahr12 x EUR 1 = EUR 12, plus EUR 2.50 Konnektivität
Kauf einer SMI-Aktie für CHF 3’000CHF 6
Kauf einer US-Aktie für USD 2’000 aus einem CHF-KontoEUR 2 plus 0,25% AutoFX, also rund USD 5 Wechselkosten

Gerade beim Kauf von US-Aktien lohnt sich ein genauer Blick. Die eigentliche Ordergebühr ist mit EUR 2 tief, aber die automatische Währungsumrechnung von 0,25% fällt bei Kauf und Verkauf an. Bei grösseren Beträgen ist das der grösste Kostenblock.

DEGIRO Steuern Schweiz: was musst du beachten?

Hier unterscheidet sich DEGIRO deutlich von einer Schweizer Bank. Weil DEGIRO ein ausländischer Broker ist, bekommst du keinen Schweizer Steuerauszug, der direkt in die Steuererklärung übernommen werden kann. Du erfasst deine Positionen, Dividenden und Zinsen selbst im Wertschriftenverzeichnis. Grundlage dafür ist der Jahresbericht, den du in der DEGIRO-Plattform herunterladen kannst.

  • Vermögenssteuer: Alle Positionen per 31. Dezember gehören ins Wertschriftenverzeichnis.
  • Schweizer Dividenden: Auf Dividenden von Schweizer Firmen werden 35% Verrechnungssteuer abgezogen. Diese forderst du über die Steuererklärung zurück.
  • Ausländische Dividenden: Auf US-Dividenden wird in der Regel eine Quellensteuer abgezogen. Einen Teil davon kannst du mit dem Formular DA-1 zurückfordern.
  • Kapitalgewinne: Für Privatpersonen in der Schweiz sind private Kapitalgewinne grundsätzlich steuerfrei, solange du nicht als gewerbsmässige Händlerin eingestuft wirst.
  • Umsatzabgabe: Da DEGIRO kein Schweizer Effektenhändler ist, fällt keine eidgenössische Umsatzabgabe an.

Mein Tipp aus der Praxis: Leg dir für die Steuererklärung eine einfache Tabelle an, in der du pro Jahr Positionen, Dividenden und Quellensteuern aus dem DEGIRO-Jahresbericht festhältst. Das kostet einmal pro Jahr eine halbe Stunde und spart dir viel Sucherei.

DEGIRO ETF Kernauswahl: was steckt dahinter?

Die ETF-Kernauswahl ist eine Liste beliebter ETFs, bei denen DEGIRO auf die Provision verzichtet. Du zahlst pro Trade nur die Bearbeitungsgebühr von EUR 1. Die Liste kann sich ändern und unterliegt einer Fair Use Policy. Wer also täglich kauft und verkauft, muss mit Gebühren rechnen. Für einen monatlichen Sparplan ist sie dagegen ideal.

Zwei Kosten siehst du in keiner Gebührentabelle: den Spread und die Produktkosten. Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und fällt bei jedem Broker an. Die Produktkosten, bei ETFs die TER, bezahlst du an den Fondsanbieter, nicht an DEGIRO. Sie sind darum bei jedem Broker gleich hoch. Vergleiche ETFs also immer auch nach TER, nicht nur nach Ordergebühr.

So investiere ich mit DEGIRO: mein Vorgehen

  • Wenige, breite ETFs: Ein oder zwei weltweit diversifizierte ETFs aus der Kernauswahl reichen für den Grossteil des Vermögens.
  • Einmal pro Monat kaufen: Ein fixer Kauftag nimmt Emotionen raus und hält die Bearbeitungsgebühren planbar.
  • Börsen bündeln: Je weniger ausländische Börsen du nutzt, desto weniger Konnektivitätsgebühren fallen an.
  • Währung im Blick: Kaufe wenn möglich ETFs, die an einer Börse in deiner Kontowährung gehandelt werden, damit kein AutoFX anfällt.

Ist DEGIRO sicher für Schweizer Anlegerinnen?

DEGIRO gehört zur flatexDEGIRO Bank AG, die als deutsche Bank von der Finanzaufsicht BaFin beaufsichtigt wird. Deine Wertschriften werden getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt. Geht der Broker pleite, gehören die Aktien und ETFs also weiterhin dir und fallen nicht in die Konkursmasse.

Was du wissen solltest: Es gilt deutsches beziehungsweise europäisches Recht, nicht die Schweizer Einlagensicherung. Für mich ist das kein Grund, auf DEGIRO zu verzichten, aber ein Grund, nicht das gesamte Vermögen bei einem einzigen Broker zu halten.

DEGIRO Konto eröffnen in der Schweiz

  1. Über den Empfehlungslink auf der DEGIRO-Seite starten.
  2. Persönliche Angaben erfassen und Kontoart wählen. Für die meisten passt das Basic- oder Active-Konto.
  3. Identität mit Ausweis verifizieren.
  4. Erste Einzahlung per Banküberweisung in CHF oder EUR machen.
  5. Ersten Trade ausführen. Die ersten CHF 100 an Handelsprovisionen werden dir mit dem Gutschein zurückerstattet.

DEGIRO vs. Interactive Brokers: wo liegt der Unterschied?

Ich habe beide Broker genutzt. Kurz gesagt: Interactive Brokers ist günstiger und viel umfangreicher, DEGIRO ist deutlich einfacher zu bedienen.

DEGIROInteractive Brokers
Schweizer Aktie, CHF 3’000CHF 6ab CHF 1.50 plus Börsengebühren (Tiered)
US-Aktie, 20 Stück à USD 100EUR 2 plus 0,25% WechselUSD 1 Minimum (Fixed)
Bedienungaufgeräumt, einsteigerfreundlichmächtig, aber kryptisch
NeukundenbonusCHF 100 Handelsguthabenbis USD 1’000 in IBKR-Aktien

Wenn du vor allem monatlich ETFs aus der Kernauswahl kaufst, ist der Unterschied klein. Kaufst du regelmässig grössere Beträge in US-Dollar, sparst du bei Interactive Brokers vor allem beim Währungswechsel. Alle Details zu den IBKR-Kosten findest du in meinem Artikel Interactive Brokers Gebühren Schweiz.

Meine DEGIRO Erfahrungen: Vorteile und Nachteile

DEGIRO hat mir lange gute Dienste geleistet. Die Plattform ist übersichtlich, Orders sind schnell aufgegeben, und ich musste nie lange suchen. Gewechselt habe ich nur, weil Interactive Brokers bei meinen Trades noch etwas günstiger ist.

  • Pro: tiefe, transparente Gebühren
  • Pro: ETFs aus der Kernauswahl ohne Provision
  • Pro: keine Depot- und Inaktivitätsgebühren
  • Pro: aufgeräumte, einfache App und Webplattform
  • Contra: 0,25% AutoFX bei Fremdwährungen
  • Contra: kein Schweizer Steuerauszug, du erfasst alles selbst
  • Contra: Interactive Brokers ist bei den reinen Kosten leicht günstiger

Für wen eignet sich DEGIRO in der Schweiz?

DEGIRO passt für dich, wenn du günstig in ETFs und Aktien investieren willst, aber keine Lust auf eine überladene Profi-Plattform hast. Für monatliche ETF-Käufe ist DEGIRO eine solide Wahl. Wenn du lieber gar nicht selbst handeln willst, sind ein Robo-Advisor wie Selma oder True Wealth bequemer. Und für die steuerbegünstigte Vorsorge lohnt sich zuerst ein Blick in meinen Säule 3a Gebühren Vergleich.

DEGIRO Gutscheincode für die Schweiz

Eröffne dein DEGIRO-Konto über meinen Empfehlungslink, und als neuer Schweizer Kunde erhältst du CHF 100 Guthaben für Handelsgebühren. Die ersten CHF 100 an Kommissionen werden dir nach der ersten Einzahlung automatisch zurückerstattet.

Alle Boni im direkten Vergleich findest du im Schweizer Finanz-App Affiliate-Vergleich. Verwendest du meinen Code oder Link, bekommst du ein Goodie, und ich erhalte in den meisten Fällen eine Vermittlerentschädigung.

Häufige Fragen zu DEGIRO in der Schweiz

Was kostet DEGIRO für Schweizer Aktien?

CHF 5 Provision plus CHF 1 Bearbeitung, also CHF 6 pro Trade an der SIX Swiss Exchange.

Gibt es bei DEGIRO eine Depotgebühr?

Nein. Es gibt weder Depot- noch Inaktivitätsgebühren. Für ausländische Börsen fällt eine Konnektivitätsgebühr von maximal EUR 2.50 pro Jahr und Börse an.

Liefert DEGIRO einen Schweizer Steuerauszug?

Nein. Du erfasst deine Positionen und Dividenden selbst im Wertschriftenverzeichnis, auf Basis des DEGIRO-Jahresberichts.

Ist DEGIRO in der Schweiz sicher?

DEGIRO gehört zur flatexDEGIRO Bank AG, die von der deutschen BaFin beaufsichtigt wird. Deine Wertschriften werden getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt.

DEGIRO oder Interactive Brokers?

DEGIRO ist einfacher zu bedienen, Interactive Brokers ist leicht günstiger und bietet mehr Märkte und Funktionen.

Fazit: meine DEGIRO Erfahrungen in der Schweiz

DEGIRO ist ein günstiger, einfacher Broker, mit dem du in der Schweiz wenig falsch machst. Die Gebühren sind tief und transparent, die Plattform ist angenehm. Die Haken sind der Währungswechsel von 0,25% und der fehlende Schweizer Steuerauszug. Wer die tiefsten Kosten will und eine steilere Lernkurve in Kauf nimmt, ist bei Interactive Brokers besser aufgehoben. Wer es einfach mag, bleibt bei DEGIRO.

Keine Anlageberatung. Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Erfahrung und öffentlich verfügbare Konditionen wider. Steuerliche Hinweise ersetzen keine Steuerberatung.